Donnerstag, 8. März 2012

Low Roller auf PKR: Meine Nase führt mich zum Poker-Sieg

Moin tosamm,

Sonntagnacht auf PKR, es ist 2 Uhr, ich kann es noch nicht wirklich fassen. Auch die letzte Hand hält. Mit AK calle ich das All-In meines Gegners 5itak, der mit A,Q gepusht hatte. Gleich auf dem Board kommt mir ein König zur Hilfe, Turn und River liefern nicht irgendwelche bösen Poker-Überraschungen - meiner erster größerer Sieg auf PKR ist in der Tasche. Ist das gerade wirklich passiert? Konnte ich aus 2.35 Dollar rund 250 Dollar machen? Ja - und das nach einem Event mit 585 Spielern, das die üblichen Wendepunkt-Momente zu bieten hatte.

Witzig: Links ist eines der Mitglieder aus dem deutschen
Facebook-Forum von PKR zu sehen, Elbcoasthengst. 
Beispiel für eine dieser magischen Hände: Mit einem Open Ended Straight Draw beteilige ich mich an einem Pott, in den zwei Gegner involviert sind und ihre Chips in die Mitte gebracht haben. Calle ich das All-In ebenfalls? Ja. Und treffe. In diesem Moment hätte ich mit wenig zurückbleibenden Chips folden können, habe mich aber dafür entschieden, die Chance auf eine Verdreifachung zu wagen.

Eine weitere Hand ergibt sich am vorletzten Tisch: Short kommt es für mich zum Duell von 8,Q gegen A,K - üble Flüche meines Gegners folgen, als ich meine Dame treffe und ihn an die Rails sende. Für mich war das All-In keine große Frage: Wenn ich nur noch ein paar Big Blinds übrig habe, kann ich mir gerade in einem Format wie dem sixhanded gespielten "Low Roller" auf PKR nicht erlauben, auf Asse und Ähnliches zu warten. Entweder sterbe ich (zumindestens turniertechnisch) oder schaffe es, aufzudoppeln. Glücklicherweise war Letzteres der Fall.

Meine Nase wird gepudert

Am Final Table fiel dann ein Gegner nach dem anderen, bis schließlich nur noch drei Spieler übrig waren. Chipleader: Meine Wenigkeit. Dann nehme ich den vorletzten Teilnehmer aus dem gegnerischen Feld und mache mich mit einer satten Chipmehrheit daran, ins Heads Up einzusteigen. Schlecht für meinen Kontrahenten, gut für mich: Seine Verbindungsprobleme, die mir drei oder vier Runden kampflos die Chips bescherten. 

Ich bin in den PKR-Medien :)
Fein: Der bis auf die besagte Ausnahme sehr nette Table Talk, Spielsituationen, die ich richtig eingeschätzt habe und zuletzt das nötige Glück, wenn es um All-In-Situationen ging. Danken möchte ich auch meiner Nase: In einem speziellen Moment hat sie mir beispielsweise gesagt: "Nico, an der Setzweise deines Gegners stimmt etwas nicht. Der hat Luft!" Es stimmte, ich lag mit meinem niedrigen Paar vorne.

Ausgezahlt, verbrannt, verplant

Was nun? Einen Teil des Betrags habe ich mir auszahlen lassen und meiner Offline-Pokerbankroll zugefügt. 11 Dollar wiederum habe ich mit dem Plan, einen Sunday-Million-Qualifier auf PokerStars zu spielen, beim Branchenführer eingezahlt. Das Geld ist fast so gut wie verbrannt, da ich dachte, es doch in Sit'n'Gos zu investieren.

Möglicherweise werde ich von einem Teil des Gewinns auch einmal wieder ins Casino gehen und dort ein kleines Turnier spielen. Wo und wann das ist, weiß ich noch nicht. Bremen hat von meinen Pokerfreunden keine guten Kritiken bekommen. Vielleicht Hannover oder Osnabrück? Ich höre mich bei meinen Jungs von Friesland Poker mal um - vielleicht hat ja jemand Lust, eine kleine Tour zu wagen.

Ihr habt selbst einen Tipp für Norddeutschland parat, der auch noch bezahlbar ist? Ich freue mich über Euren Kommentar!

Beste Gröten, Nico