Mittwoch, 18. April 2012

Friesland-Poker: Patrik Könighaus casht bei WPT Wien - das Interview


Moin tosamm!

Patrik hochkonzentriert am Tisch.
Foto: Montesino Wien
Für meinen Pokerblog habe ich bereits ein paar Interviews geführt. Am meisten Spaß machen noch jene, bei denen ich mit Menschen spreche, die ich persönlich kenne. Das Gespräch mit Sascha Sotyn, Stadtmeister der Saison 2011 bei Friesland Poker, war ein solches Interview.

Und diesmal? Patrik Könighaus aus Friesland, 25, stand mir Rede und Antwort, ebenfalls regelmäßig bei Friesland Poker anzutreffen. Der Anlass: Er cashte bei der World-Poker-Tour-Station im Montesino in Wien, genauer geschrieben beim Opening-Event. Für Platz 41 sprangen bei einem Buy-In von 340 Euro stolze 1.200 Euro heraus. Was hat er mit dem Preisgeld getan, welche Turniere folgen?

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Beste Gröten, Nico

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Patrik, was bleibt dir von deinem Trip ins Montesino in Wien in Erinnerung? Gibt es eine bestimmte Hand, ein Gefühl, einen speziellen Gegner?

Patrik Könighaus:

Es sind vor allem drei Hände, die für mein Turnier ziemlich entscheidend waren. Ganz zu Beginn etwa habe ich 10,10 bekommen. Zuvor hatte ich den Tisch beobachtet und gesehen: Da gibt es einen Spieler, der besonders oft blufft. Er raiste erneut, ich callte und zu zweit ging es weiter. Auf dem Board war nichts Gefährliches, auf dem Turn tauchte dann eine Dame auf. Check, er raist, ich calle. Und calle dann auch auf dem River seine Bet - die Dame habe ich ihm nicht gegeben. Ich hatte Recht. Dadurch konnte ich meinen Stack fast verdoppeln und vernünftig Poker spielen.

Spät an Tag 1: Über drei Stunden lang bekam ich keine Hände mehr und war auf unter Average runter. Mit meinen 70.000 Chips lag ich in etwa in der Mitte der rund 29 noch verbleibenden Spieler. Die Top 25 sind in Tag 2 eingezogen. An Tag 2 startete ich dann von 95 übergebliebenen Teilnehmern mit meinen 79.000 Chips im Mittelfeld. Als ich dann nach ungefähr 30 Minuten an Tag 2  Könige bekam und ein Spieler vor mir all-in ging, pushte ich ebenfalls. Er zeigte A,J und meine Könige hielten. Ich war wieder im Rennen.

Was krass war: In der ersten Viertelstunde von Tag 2 flogen gleich 13 Leute raus, die sich mit ihren Small Stacks ins Geld gefoldet hatten - das ging ratzfatz. Die letzte entscheidende Hand war meine letzte: Mit A,Qs traf ich auf Q,Q. Hätte das geklappt, wäre der Final Table in Reichweite gewesen, da bin ich mir sicher.


Patrik Könighaus trifft auf Poker-Pro Patrik Antonius.
Foto: Benjamin Padeken
Wie bist du denn am Tisch mit der Aufregung zurecht gekommen? Gibt es  da etwas, das du auch anderen Spielern raten kannst?

In der ersten Stunde war ich in der Tat aufgeregt. Du weißt: Es geht gleich los und hast Respekt. Man denkt: "Gleich gilt es, vernünftig zu pokern." Ich habe aber gut ins Spiel gefunden, mir den Tisch angeschaut und hatte dadurch beispielsweise auch bei meinem ersten wichtigen Call den richtigen Read.

Was ich raten kann? Zieh dein Ding durch. Konzentriere dich auf Poker, auf deine Spielweise und ändere nicht komplett deinen Stil. Was ich gemerkt habe: Die Spielweise der Teilnehmer bei großen Poker-Turnieren wie die der WPT unterscheiden sich in Teilen gar nicht so sehr von Events wie denen von Friesland Poker. Spieler machen dieselben Fehler.


Nach deinem Ausscheiden auf Platz 41 von 850 Spielern hast du auf Facebook recht schnell geschrieben, dass du mit deinem Spiel zufrieden bist.

Ja, anders als in Varel, wo ich doch durchaus einmal riskanter spiele, habe ich in Wien nur gute Hände ausgewählt und mich darauf konzentriert, nahe des Average zu bleiben. Letztlich habe ich aus 340 Euro Buy-In 1.200 Euro gemacht. Was die letzte Hand betrifft: Da lag ich nur noch knapp unter Average. Worauf sollte ich noch warten? Dass weder mein Flush noch ein Ass ankam, ist nicht zu ändern.

Ist denn noch etwas von deinem Preisgeld übrig geblieben?

Nein, ich bin mit dem Taschengeld, was ich mit nach Wien genommen hatte, wieder zurück nach Hause geflogen. Der Rest ging für Buy-Ins - das waren knapp 500 Euro - Essen und Trinken oder auch Cash Game drauf.

Was steht nun für dich an? Hast du bereits weitere Turniere im Visier?

Gerne würde ich größere Events spielen. Welche, weiß ich allerdings noch nicht. Mein Traum wäre, erneut an der Mermaid Poker Challange teilzunehmen. Für 220 Euro gibt es eine garantierte Gewinnsumme von 125.000 Euro. Ich habe Lust auf Turniere, bei denen der Buy-In noch vertretbar für mich ist. Im nächsten Jahr kommt dann Las Vegas.

Und, noch Lust auf Friesland Poker, nachdem du Turnierluft mit größeren Cash-Möglichkeiten geschnuppert hast?

Ja, klar! Auch in diesem Jahr ist für mich der Final Table das Ziel. Die Leute sind nett, es macht einfach Spaß, dort zu spielen. Ich fühle mich dort gut aufgehoben. Hier bin ich mit Poker angefangen, als Friesland Poker vor zwei Jahren ins "Tivoli" kam. Friesland Poker ist für mich Pflichtprogramm!