Montag, 30. April 2012

PKR Springfest Event 17: Deepstack-Poker schmeckt - auch ohne Zuckerguss

Moin tosamm,

Großartiger Tanzstil, kleiner Stack: Ja, Danke, das oben
rechts bin ich. Langsam wird die Luft dünn.
Sonntagabend, 22. April, habe ich mich seit langem wieder einmal konkreter an ein Pokerturnier auf PKR.com gewagt. Per Mausklick das Abendprogramm: Event Nr. 17 der Pokerfest-Reihe. Ein Deepstack-Event, für das ich mich erst rund eine Stunde nach Start angemeldet habe. 10.000 Chips, Blindzeiten von 15 Minuten - wenn ich mich richtig erinnere - für Onlineverhältnisse paradiesische Zustände. Und eine Grundbedingung dafür, auch nach über 60 Minuten noch vernünftig spielen zu können.

Was bleibt mir von diesem Turnier an Erinnerungen zurück? Zwei Mal konnte ich durch das Floppen von Sets oder Two Pairs Asse knacken. Eine Hand würde ich von der Herangehensweise wieder so spielen: Ich raise mit Königen aus dem Small Blind, mein Gegner im Big Blind reraised. Könige weglegen? All-in gehen? Ich entscheide mich in diesem Fall dafür, lediglich zu callen. Um meine Hand wegzulegen, ist sie zu stark. Falls ich außerdem hinter jedem Reraise gleich Asse vermute, kann ich mich gleich in mein Schutzloch verbuddeln und in Schockstarre verfallen.

Selbst aus verlorenen Händen Nutzen ziehen

PKR bietet mehrere Ansichten des Pokertisches, etwa diese.
Meistens bleibe ich aber bei "Overview", der Vogelperspektive.
Welche benutzt Ihr selbst am liebsten? Und warum?
Das Glück ist mir hold: Ein dritter König taucht auf, mein Gegner raist erneut, ich calle nun aber lediglich. Kein Ass auf dem Turn. Nun schiebt er alles in die Mitte und ich habe kein Problem damit, ihn in meine Trips laufen zu lassen. Ein massiver Chipstapel wandert zu mir, nachdem auch der River kein Ass zeigt. Denn natürlich hatte mein Kontrahent die Bullets.

Die finale Hand des Events allerdings würde ich heute anders gestalten. Ich hatte zu jenem Zeitpunkt knapp 20 Big Blinds in früher Position und bekam Zehnen. Statt aber lediglich zu raisen, schiebe ich alle Chips in die Mitte – in der Gewissheit, dass nach mir ein Shortie kommt, der rund die Hälfte meines Chipstapels fressen kann. Tatsächlich: Er pusht ebenfalls, zeigt Ass, X und erhält dann auch sein zweites Ass. Ein normaler Raise wäre in meinen Augen besser gewesen. Nach seinem All-In wäre dann wohl ein Fold folgerichtig. Resultat des dennoch spannenden Abends: Der doppelte Buy-In als Gewinn.

Die Blase machte keinen Spaß

Herausfordernd war in diesem Turnier die Bubble-Phase, was daran liegen mag, dass ich etwa über meinem Buy-In gespielt habe. Der Gedanke, 22 Dollar investiert zu haben, um dann kurz vor dem Geld auszuscheiden, hat mir Respekt eingeflößt. Das ist in der Bubble-Phase nicht angebracht. Im Gegenteil. Entsprechend muss ich noch mehr darauf achten, angenehme Limits zu spielen. Die Karten und die Gegner sollen im Mittelpunkt stehen, nicht Gedanken an den Verlust eines Buy-Ins.

Ablegen, auch wenn's weh tut

Heute, kurz vor dem 1. Mai, ging es dafür wieder an einen 2.20er Satellite-Tisch für das 55er-Prime-Time-Event. Hier wurde die Bubble erneut die interessante Phase: Ich bekomme in früher Position A, Q, der zuvor mit Min-Bets arbeitende Gegner vor mir raist den dreifachen Big Blind. Statt meine Hand abzulegen, schiebe ich alle Chips in die Mitte. Er hält A, K. Drei Plätze später wäre ich im Geld gewesen bzw. hätte ein Ticket gewonnen. Was ich mich zu diesem Zeitpunkt aber gefragt habe: Reicht meine 10/14-Platzierung wirklich dazu?

Nachdem sich der Pulverqualm nun gelegt hat, würde ich mittlerweile dazu tendieren, diese Hand fallen zu lassen. Sie ist zwar gut, durch den Raise des Gegners aber ein ganzes Stückchen wertloser. Außerdem folgen sieben oder acht Gegner, die ebenfalls Probleme bereiten könnten.

Zum Freudentanz kommt es trotzdem

Heiß, Baby, heiß - der 20:80-Chiprückstand lässt mich
nicht unruhig werden. Das zahlt sich aus. 
Besser lief es da in einem Sit'n'Go im 3-Dollar-Bereich, das kurz darauf folgte: Gleich von Beginn an war ich Chipleader, gestaltete mein Spiel bewusst und ließ mich auch nicht von einem 20:80-Chiprückstand im Heads Up entmutigen. Im Gegenteil: Stück für Stück kämpfte ich mich zurück.

Dabei habe ich mir eine der Lehren aus den Dan-Harrington-Büchern immer wieder vor Augen geführt: Nur dann zu folden, wenn es wirklich sein muss oder mein Gegner mich regelmäßig mit Erhöhungen aus dem Big Blind dazu zwingt, meine Karten doch abzulegen. Ansonsten gilt: Fast jede Hand ist spielbar, wenn ich nur noch den Small Blind auffüllen muss.

Letzte Lehre beim Machen der Screenshots zu diesem Blog-Eintrag: Die Brille, die mein PKR-Charakter trägt, ist irgendwie trashig. Da muss eine neue her :)

Beste Gröten,
Nico

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