Montag, 12. August 2013

Mein Traum-Pokerraum: Das wünscht sich Friesland-Poker-Tabellenführer Jörg Lange-Chudziak

Moin tosamm,

vor wenigen Blogposts habe ich die Frage nach dem Traum-Pokerraum aufgeworfen. Was muss ein Casino bieten, um für Freunde des Kartenspiels attraktiv zu sein? Anlass: In der Spielbank Bremen herrscht derzeit Turnierflaute. Bald soll es wieder losgehen und dann auch gerne Ideen von Spielern mit einfließen. Selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte: Ich wollte wissen, was für Euch den optimalen Pokerraum darstellt.



Erfolg im Juli: Jörg Lange-Chudziak landet auf dem 1. Platz. Danach  folgen Thomas Kunke und Elke Propan. Foto: Friesland Poker
Erfolg im Juli: Jörg Lange-Chudziak landet auf dem 1. Platz. Danach
folgen Thomas Kunke und Elke Propan. Foto: Friesland Poker
Ich habe deswegen Spieler aus den Kategorien Hobbyspieler, Regular und Profi befragt. Heute findet Ihr hier die Äußerungen von Jörg Lange-Chudziak wieder, kurz darauf die von Markus Helmke. Beide kenne ich durch die Sachpreis-Pokerturniere bei Friesland Poker. Jörg ist einer der erfolgreichsten Spieler: Derzeit führt der Friesländer die Tabelle der Tivoli-Serie an. Markus ist einer der vier Köpfe, die sich für die handgemachten Events von "FriPo" den Kopf zerbrechen. Auch er ist regelmäßig an den Tischen zu finden. Das Beach-Pokerevent in Dangast - mittlerweile ausverkauft - trägt seine Handschrift.

Was macht aber für beide Hobbyspieler nun den Traum-Pokerraum aus? Was sollte an Turnieren geboten werden, wie sieht für die beiden guter Service aus? Den Beginn macht...

Jörg Lange-Chudziak:

"Wichtig ist mir ein guter Service, was Getränke und Speisen angeht. Wir merken es immer oft im Tivoli: Wenn Sandra nicht da ist, dauert es ewig. Man muss selber zum Tresen gehen und seine Drinks holen, was in einem Turnier nervig ist. Bei der Warterei am Tresen kann man viele Hände verpassen."

Freies WLAN sei zwar nett, müsse aber nicht sein. "Wir sind alle keine Pros und brauchen nicht via FB oder Twitter posten, wie es gerade läuft." Er lacht: "Das wäre etwas Anderes, wenn man am Finale der WSOP oder EPT oder PCA sitzen würde."

Als Beispiel für einen guten Raum im privaten Bereich nennt er den von Friesland-Poker-Stammgast Patrik Könighaus. Jörg: "Ich finde immer, bei Pac stimmt alles. Hat man Langeweile, kann man das Pokerblatt lesen oder Popcorn aus seiner Maschine futtern."

"Auf einem Wohnzimmertisch? Das ist kein Poker"

"Essen und Getränkepreise sollten im Rahmen sein."  Foto: Privat
"Essen und Getränkepreise sollten im Rahmen sein."
Foto: Privat
Ansonsten finde er es super, wenn noch ein Flachbild-Fernseher im Zimmer sei, auf dem möglicherweise ein Boxkampf oder Fußball verfolgt werden kann "... und man darauf noch nebenbei wettet." Was ihm auch noch wichtig sei, ist der Pokertisch selbst. Jörg: "Ich hasse es, ohne Tischauflage zu pokern. Mir fehlt dann einfach das Feeling. Ich brauche den Filz. Einfach so auf einem Wohnzimmertisch? Das könnte ich nicht - das ist kein Poker."

Der Pokerraum müsse zudem noch vernünftig klimatisiert oder belüftet sein: "Ich denke, du weißt, was ich meine, Nico: Stell dir einen kleinen Raum mit zehn Spielern vor. Da wird die Luft schnell stickig und darunter leidet die Konzentration." Im Turnierbereich im Bereich von 60 bis 90 Spielern fühlt Jörg sich im "Tivoli" gut aufgehoben. Das Gorchfockhaus biete ebenso viel Platz. Jörg betont: "Essen und Getränkepreise sollten im Rahmen sein. Ich bin gerne bereit mehr zu zahlen, wenn die Qualität und Quantität stimmt. Zumindest sollten kleine Snacks wie Frikadellen, Würstchen oder belegte Brötchen angeboten werden wer." Denn: "Wer acht Stunden pokert, bekommt irgendwann Hunger."

Kontakt mit Freunden vor guten Strukturen

Auch mein Lieblingsspielplatz für Sachpreis-Turnierpoker: Friesland Poker 
im Vareler Gasthaus Tivoli. Die Stimmung dort ist unschlagbar.
Foto: Friesland Poker
Hat er irgendwelche bestimmten Vorstellungen, was das Turnierangebot betrifft? Jörg schmunzelt: "In Sachen Turniere ist natürlich Fripo Pflicht. Auch wenn die Struktur nach der Pause natürlich sehr hart ist. Da heißt es: Push or fold - nur so geht es. Das Können kommt meiner Meinung nach erst ab einem Bereich von 20 Spielern zu Tragen."

Events der German Poker Days spiele er aufgrund der Struktur gerne: "Aber dort fehlt mir der Spaß mit meinen Jungs, die ich aus Varel kenne. Ich habe dort aber noch nie etwas gerissen. Das mag daran liegen, das man in der Regel 17.500 Chips hat und sich dort sehr oft in teure Hände verwickelt."

Im Casino sei er gerne: "Aber dort hat man immer ein mulmiges Gefühl, gerade am Cash-Game-Table in Bad Zwischenahn. Spielt ich dort mit Blinds von 2 und 4 Euro, ist das sehr teuer. Man sollte nicht unter 400 Euro rangehen und das ist mir einfach zu viel."

Cash Game mit hobbyspielerfreundlichen Blinds würden daher auch in einem Pokerraum sein Interesse wecken. Denn: "Ich spiele privat 0,25/0,50." Im Petto: Bargeld, das nicht weh tut, wenn es tatsächlich den Besitzer wechseln sollte." Der Vareler nickt: "Damit rechne ich grundsätzlich, wenn ich pokern gehe. Das Geld ist von vornherein abgeschrieben."

Bislang kein Bedarf für Bremen und Bad Zwischenahn

Trotzdem schaut er genau, um was für Turniere es sich handele, bevor er sich an den Tisch setzt. Jörg: "Die früheren Turniere im Casino Bremen oder auch die aktuellen in Bad Zwischenahn meide ich. Das sind reine Lockvogel-Turniere, mehr nicht."

Man erhalte 2.500 Chips und beginne mit Blinds von 25/50. Für den Friesländer ist die Sache klar, was die Motivation der Spielbanken betrifft: "Hauptsache, schnell durch und die Leute kommen zum Cashen, zum Roulette und Black Jack. 10.000 Chips sollten es mindestens sein, wenn ich ein Turnier spiele, das mit einer solchen Struktur aufwartet."





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P.P.S. Jörg, Danke fürs Mitmachen!